Zur damaligen Zeit wurde die
Insel von den Taino Indianern bewohnt, einem friedlichen Stamm,
der die Insel "Quisqueya" nannte und keine geschriebene
Sprache kannte. Die Taino empfingen die Eroberer mit offenen Armen,
aber sie wurden sehr schnell von den Spaniern versklavt, die sie
in ihren Goldminen arbeiten ließen.
Aber bei eben diesen Ureinwohnern, den Taino
– Indianer, die der Gattung der Jäger und Sammler angehörten,
fängt unsere Geschichte des Mamajuanas an. Sie entdeckten schon
lange vor der Eroberung durch Kolumbus, die Kräutermischung,
die zur Herstellung von Mamajuana nötig ist. Aber sie stießen
natürlich nicht gleichzeitig auf alle Blätter und Hölzer,
sondern entdeckten im Laufe von Jahrzehnten immer wieder neue wohltuende
und heilende Kräuter. Sie kombinierten die verschiedenen Zusätze,
und so entstand die Mischung für Mamajuana.
Mamajuana wurde zu Zeiten der Indianer in
Teeform gebraut, weil es damals noch gar keinen Rum auf der Insel
gab, so mussten die Indianer auf die herkömmliche Methode zur
Lösung der ätherischen Öle, und zwar der Lösung
im heißen Wasser zurückgreifen.
Die Indianer sind allgemein bekannt dafür,
sehr naturverbunden zu sein und sich auch in dem Bereich der Naturheilkunde
sehr gut auszukennen. Diese besagte Essenz wurde von den Indianern
vielseitig angewendet. Innerlich gegen Übelkeit, Kopfschmerzen,
Halsschmerzen und auch dafür das Wohlbefinden zu steigern und
vor allem wurde dem Mamajuana schon immer eine Stärkung der
Manneskraft nachgesagt. Auch Äußerlich wurde Mamajuana
für Umschläge bei Gelenkschmerzen und Rheuma verwendet.
Aber durch die Versklavung der Indianer
und vor allem auch durch neue Krankheiten, die von den Spaniern
auf die Insel gebracht wurden, ist der Stamm innerhalb 100 Jahren
fast gänzlich ausgerottet worden. Es kamen zu dieser Zeit viele
Spanier auf die Insel und diese brachten neue Sklaven aus Afrika
mit. Die heutige Bevölkerung der Dominikanischen Republik ist
eine Mischung aus Europäern, Nachkommen afrikanischer Sklaven
und Taino Indianern. Auch wenn dieser Stamm mehr oder weniger ausgestorben
ist, sind die dominikanischen Bewohner sehr stolz auf ihre indianischen
Wurzeln.
So wurde auch das Wissen über Kräuter
und vor allem die Zusammensetzung der Mamajuana Kräuter über
viele Generationen weiter übermittelt. Nur eines wurde im Laufe
der Jahre verändert. Mit der neuen Besiedlung der Insel wurden
auch neue Industriezweige gegründet und darunter hat sich die
Rumindustrie, neben Zigarren, zum größten Exportgut der
Dominikanischen Republik entwickelt. Über die Jahre wurde auch
begonnen die Kräuter nicht mehr nur in Teeform, sondern auch
im Rum zu lösen. Diese alkoholische Lösung der ätherischen
Öle ist auch als effektiver anzusehen als die Lösung in
heißem Wasser.
Die Rezepte wurden über die Jahrhunderte
vielfältiger und so entstand nach langen Jahren, der Mamajuana,
der auch heute noch über die ganze Insel verteilt zu finden
ist. Ein geschmackvolles Getränk, dass überwiegend aus
Rum, Honig und der besagten Kräutermischung hergestellt wird.
Manche mischen noch Wein, Gin und sogar Schildkrötenschwänze
bei. Außer dem Geschmack hat sich aber nichts geändert.
Die Einheimischen sagen noch heute: “
Mamajuana heilt, was immer dich quält „
Allem voran ist Mamajuana vor allem ein süffiges Genussmittel,
aber noch heute schwören die Einheimischen auf die medizinischen
Wirkungen und die Steigerung der Manneskraft. So braucht man sich
beim Kauf auch nicht wundern, wenn einem der Verkäufer süffisant
zugrinst und lächelnd sagt: „Mamajuana, mucho potenzia“ |